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Deutsche Podeststürmer in allen Klassen

Aktualisiert: 7. Jan.

SuperEnduro Riesa 2024 war das erträumte Spektakel


Billy Bolt heißt auch der Sieger des SuperEnduro Grand Prix Germany 2024. Der Brite demonstrierte erneut seine Klasse, trotz dass er nach einem Trainingscrash angeschlagen in die Rennen der Top-Klasse Prestige am ersten Samstag des noch jungen Jahres gehen musste.

Hinter Bolts Landsmann Jonny Walker stürmte der Bayer Manuel Lettenbichler als Dritter auf das Podest. Ebenso der Norddeutsche Milan Schmüser in der zweiten WM-Klasse namens Junior.

Nach den Rennen des Europe Cup durften sogar zwei Deutsche das Tagespodium erklimmen. Max Faude aus Sindelfingen und Henry Strauss aus dem niedersächsischen Uetze flankierten den Sieger Xavier Leon Sole aus Spanien.



Und am Ende gewinnt immer Billy Bolt (# 57)


Beim neunten SuperEnduro Riesa wurden traditionell am ersten Samstag des neuen Jahres zum nun schon zehnten Mal Sieger gekürt. Am Ende des Corona-Wahnsinns 2022 wurde an zwei Renntagen gefahren, weshalb es seit dem zu einer Diskrepanz zwischen der Anzahl an Veranstaltungen und an Renntagen kommt. Um es vorweg zu nehmen, dieses „Semi-Jubiläum“ hielt alles, was es versprach bzw. was sich die Gastgeber Daniel und Tobias Auerswald von der gleichnamigen Eventmanufaktur aus Hohndorf bei Stollberg sowie die Fans zu erträumen wagten. „Wir haben wieder tollen Sport gesehen, der stets spannend, teilweise dramatisch war und der eine super Stimmung in die Halle gebracht hat“, meinte Daniel Auerswald am Ende des Offroad-Spektakels par excellence. Dem fügte sein Bruder Tobias hinzu: „Vor allem freuen wir uns über die guten Ergebnisse deutscher Fahrer, die die Stimmung natürlich noch einmal angehoben haben.“

 

Vorausgegangen war Rennaction vom allerfeinsten. So durften sich die Fans in der wieder ausverkauften WT Energiesysteme Arena Riesa noch vorm eigentlichen Beginn über eine gesteigerte Spannung freuen. Im Training am Nachmittag hatte der Weltmeister der letzten drei Saisons sowie Seriensieger, der Brite Billy Bolt, einen heftigen Abflug, bei dem er sich das linke Knie lädierte und so nicht ganz auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit war.

 

Dennoch gewann er den ersten der drei Heats, wenngleich dieser Sieg vom Technikpech (verbogener und daher unbrauchbarer Fußbremshebel nach einem Stein-Kontakt) seines in der Regel stärksten Widersachers Jonny Walker begünstig war. Anfangs führte zwar Billy Bolt, doch im weiteren Rennverlauf schlug das Pendel zugunsten von Jonny Walker um. Bis zu dessen Missgeschick war er seinem Landsmann schon ein ganzes Stück enteilt.

 

Im mittleren der drei Heats, der stets per Reverse Grid gestartet wird, eilte Jonny Walker schneller an die Spitze als Billy Bolt. Wieder fuhr er einem sicheren Sieg entgegen und wieder hieß der Sieger am Ende Billy Bolt. Diesmal hatte allerdings der Beta-Pilot höchstpersönlich in Führung liegend an einem Hindernis einen „Hänger“, womit er dem Husqvarna Factory Rider den Heat-Sieg auf dem Silbertablett servierte.

 


Billy Bolt in Aktion


Im dritten Lauf führte Jonny Walker erneut, doch in der Schlussphase holte Billy Bolt noch einmal auf. Obwohl ihm auch der zweite Platz zum nächsten Tagessieg gereicht hätte, riskierte Billy Bolt alles und strauchelte prompt. Somit schaffte Jonny Walker doch noch zumindest einen Heat-Sieg. Auf der obersten Stufe des Podests stand am Ende aber wieder einmal Billy Bolt, der dazu wenig später sagte: „Es war ein sehr harter Abend, wenngleich er nicht gerade grandios war. Ich habe trotz Schmerzen gewonnen, das war das Wichtigste.“ Dazu befragt, weshalb er im dritten Heat so hart gepusht hat und dadurch ein sehr hohes Risiko einging, antwortete er: „Ich kämpfe um die Weltmeisterschaft, da kann am Ende jeder Punkt wichtig sein. Ich habe mich in dem Moment stark genug gefühlt, es zu versuchen. Ich will immer gewinnen. Nun ist der Abend vorüber und ich werde ganz schnell schlafen gehen, denn es war ein hartes Stück Arbeit. Aber mit dem Ergebnis war es der Mühen wert.“

 

Nach wieder nur Tagesrang zwei zog Jonny Walker folgendes Fazit: „Ich habe mich gut gefühlt und hatte eine gute Pace. Aber am Rennende war ich immer ziemlich müde und habe einfach ein paar zu viele Fehler gemacht. Der Abend hätte sehr gut werden können, aber unterm Strich war es Shit. Es ist nicht gut, wenn man Zweiter wird, obwohl man Erster hätte werden können. Im Endeffekt bin ich aber froh, dass ich wieder mit Billy mithalten ihn ein wenig ärgern konnte.“

 


Toller dritter Rang für Manuel Lettenbichler


Infolge seiner Heat-Plätze vier, drei und fünf wurde erstmals in dieser SuperEnduro-WM-Saison 2023/2024 Manuel Lettenbichler zur Siegerehrung gerufen. Allerdings machte er auf dem Bronzeplatz nicht den glücklichsten Eindruck. Dazu erklärte er anschließend: „Das Ergebnis ist gut, aber ich bin ziemlich angefressen, wie ich heute gefahren. Ich habe einfach zu viele eigene Fehler gemacht, teilweise lag es aber auch an übermotivierten Konkurrenten. Aber das will ich nicht weiter kommentieren. Insgesamt bin ich zufrieden, dass ich rein von der Pace her noch näher an den Top-2 war als bei den ersten beiden Veranstaltungen. Aber wie gesagt, so wie es gelaufen ist, ärgert es mich.“

Richtiggehend angetan war er von seinem Heimrennen an sich. „Die Stimmung in der Halle war wieder echt mega. Von daher hat es riesig Spaß gemacht, hier zu fahren. Der Support von den Fans ist wirklich unglaublich. So stellt man sich ein Heimrennen vor“, fasste der Bayer vom Team Red Bull KTM Factory Racing dazu zusammen.



Jonny Walker, Billy Bolt und Manuel Lettenbichler (v. l. n. r.) hatten was zu feiern


Ähnliche Worte wählte der zweite Deutsche im Prestige-Feld, Tim Apolle aus dem nahe an der Grenze Sachsen-Anhalt/Sachsen befindlichen Billroda. Er landete auf den Positionen acht, vier und noch einmal acht, was in der Tageswertung Rang sechs bedeutete. „Ich hatte drei solide Läufe. Vor allem der vierte Platz im zweiten Heat war echt geil. Ich habe dabei den Start gewonnen und konnte danach sogar ein paar Runden führen. Das hatte ich in der großen Klasse noch nie gepackt und war natürlich ein echt tolles Gefühl. Vom Fahren her und mit meiner persönlichen Leistung bin ich super zufrieden, was ursprünglich für mich das Wichtigste war. Aber natürlich ist auch die Platzierung echt mega. Die Kurve geht bei mir nach oben“, befand er, um fast im gleichen Atemzug ebenfalls die Fans mit folgenden Worten zu adeln. „Die Zuschauer waren unnormal. Die haben die ganze Zeit geschrien und ich habe immer wieder meinen Namen gehört. Das war ein geiles Erlebnis.“

 


Tim Apolle (# 96) battelt sich mit Manuel Lettenbichler (# 304)


In der kleinen WM-Klasse Junior der bis 23-Jährigen holte sich der Israeli Suff Sella mit einem zweiten Platz und danach zwei Heat-Siegen den Tagessieg. Zweiter wurde der als WM-Leader angereiste Brite Ashton Brightmore, der die Plätze eins, drei und zwei belegte. Milan Schmüser aus Tensfeld in Schleswig-Holstein schaffte die Plätze drei, vier und drei, mit denen er als Dritter zum vierten Mal in Folge in Riesa aufs Podest kam. Dabei standen die Vorzeichen für ihn nicht zum Besten, denn beim ersten Saisonrennen in Frankreich hatte er sich eine Fußverletzung zugezogen, sodass er beim zweiten Lauf in Polen passen musste. Bei seinem Comeback schlug er im mittleren Heat einmal so hart auf, dass er fortan mit starken Schmerzen, vor allem im linken Handgelenk, den Abend zu Ende bringen wollte und musste. „Meinem Körper geht es aktuell nicht so gut, aber das war es auf jeden Fall wert. Ich habe mein Ziel erreicht, denn ich wollte aufs Podium. Ich hatte immer mal wieder ein paar Runden geführt, das heißt: ich konnte etwas zusätzliche Spannung rein bringen. Am Ende wollte ich nur noch durchfahren und überleben. Das hat geklappt, also bin ich total zufrieden“, wusste er nicht so recht, ob er strahlen oder vor Schmerzen heulen sollte. Das Positive überwog letztlich, sicherlich auch durch den Ausstoß gewisser Glückshormone.

 


Siegerehrung der Klasse-Junior - Ashton Brightmore, Suff Sella, Milan Schmüser und ein Sponsoren-Vertreter der Firma Puraglobe (v. l. n. r.)


Milan Schmüser auf seinem Riesaer Stammplatz


Gleich zwei Podestplätze wurden nach den beiden Rennen des Europe Cup von deutschen Fahrern okkupiert. Es gewann der mit viel Erfahrung in der Prestige-Klasse ausgestattete Spanier Xavier Leon Sole, nachdem er den ersten Heat gewonnen und den zweiten auf Platz zwei beendet hatte. In jenem zweiten Lauf hatte er das Nachsehen gegenüber dem wie entfesselt fahrenden Max Faude. Der Süddeutsche war im ersten Lauf Siebenter geworden. Dabei hatte der bislang insgesamt ziemlich unbekannte erst 15-jährige SuperEnduro-Debütant Henry Strauss mit Platz zwei den Grundstein zu seinem Bronzeplatz gelegt. Dazu genügte ihm im zweiten Heat der fünfte Platz knapp, denn mit dem letztlich Viertplatzierten herrschte Punktegleichstand.

 


Siegerehrung Klasse Europe - Max Faude, Xavier Leon Sole und Henry Strauss (v. l. n. r.)


Mit den erfolgreichen deutschen Akteuren um die Wette strahlten am Ende auch wieder Daniel und Tobias Auerswald, denen das Schlusswort gehörte: „Wir denken, dass wir den Fans wieder ein tolles Fest bieten konnten. Natürlich steckt da eine Menge Arbeit dahinter und ist letztlich das Ergebnis eines tollen und eingespielten Teams unsererseits sowie unseres langjährigen Partners als sportlichem Ausrichter, dem MSV Riesa. Bei all denen möchten wir uns an dieser Stelle recht herzlich für ihr grenzenloses Engagement bedanken. Ebenso bei unseren treuen sowie neuen Sponsoren, ohne die es einfach nicht geht. Ein großes Dankeschön gebührt aber auch den Fans, die wieder für eine fantastische Stimmung gesorgt haben. Wir hoffen und glauben, dass wir uns alle zum nächsten Event am 4. Januar 2025 wiedersehen.“


Daniel (re.) und Tobias Auerswald (2. v. re.) bei der Siegerehrung der Erfolgreichen der Prestige-Klasse

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